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Kostenlose Suchmaschinenberatung

Wie teuer ist eigentlich eine kostenlose Suchmaschinenberatung?
Genau kann man das nie wissen:

Ganz spontan hat mich heute mal interessiert, wieviele Suchmaschinenberater wohl für eine kostenlose Suchmaschinenberatung werben. Auch wenn die Google-Trends zur Suchmaschinenberatung keine Ergebnisse liefern, dürfte die Nachfrage nach kostenloser Suchmaschinenberatung groß sein, denn Lesefaulheit ist ein weit verbreitetes Phänomen.

Bezeichnenderweise fand ich bei Google kein einziges Angebot zur kostenlosen Suchmaschinenberatung – weder im Hinblick auf eine Beratung zum Aufbau einer eigenen Suchmaschine, noch im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung einer Website, wo man die kostenlose Suchmaschinenberatung eigentlich kostenlose Suchmaschinenoptimierungsberatung nennen müsste, aber wer macht das schon?

Im Grunde kann es eine kostenlose Suchmaschinenberatung auch gar nicht geben. Wenn nämlich die professionelle Beratung zur Suchmaschinenoptimierung kostenlos erbracht wird – der Suchmaschinenberater seine Beratungsleistung also nicht in Rechnung stellt – so ergibt sich für den Berater selbst ein Zeit- und Kostenrisiko, dessen Ausmaß kaum zu kalkulieren ist:

Professionelle Beratung setzt eine Analyse voraus sowie exakte Zieldefinitionen – ist also mit einem ordentlichen Aufwand verbunden: „Vorgespräch -> Analyse (Soll-/Ist-Vergleich) -> Konzeptidee / Konzeptentwicklung -> Beratung -> finales Konzept und ggf. Realisierung“. Genau deshalb fand ich im Internet wohl zahlreiche Tipps und Tricks zur Suchmaschinenoptimierung oder auch zur Suchmaschinenanalyse – jedoch keine kostenlosen Angebote zur individuellen Optimierungsberatung. Löblich. 😉

Problematisch wird die kostenlose Suchmaschinenberatung dann, wenn sie vom Auftraggeber gar nicht direkt gefordert, sondern bei einer Projektentwicklung einfach vorausgesetzt wird. Mit einiger Erfahrung kann man Suchmaschinen- und Designkonzept in Einklang bringen. Doch müsste man den Aufwand für Suchmaschinenkonzept, Layout und Designkonzept, Onpage-Optimierung und Offpage-Optimierung nicht eigentlich jeweils gesondert in Rechnung stellen? Logisch müsste man das… wobei manchmal fraglich ist, ob man statt einer Aufwandsentschädigung nicht lieber Prozente von der zu erwartenden Umsatz- bzw. Gewinnsteigerung verlangen sollte. Geht es hingegen nur ums Honorar für die Suchmaschinenberatung, sollte man es vielleicht halten, wie viele Rechtsanwälte und Steuerberater: „Über was für ein geplantes Umsatzvolumen reden wir hier?“ … „Macht x Euro Beratungsgebühr!“ 😉

Besonders problematisch sind schließlich solche kostenlosen Suchmaschinenoptimierungsanfragen:

„Wir haben hier 3 Websites, die alle kurzfristig unter dem Keyword „X“ bei Google oben stehen sollen.
Weil uns die Google-Werbung monatlich viel Geld kostet, bitten wir um ein konkretes Angebot,
was es bei Ihnen kosten würde, kurzfristig und dauerhaft oben zu stehen.“

Hehe, lustig. Auf Drängen einer Freundin habe ich mir die Seiten gestern Abend (ca. 1,5 Wochen später) doch noch einmal genauer angesehen. Es handelt sich exakt um solche Seiten, die ich im gegenwärtigen Zustand als „Bad Neighbourhood“ bezeichnen und folglich von keiner einzigen meiner Domains freiwillig verlinken würde:

… während der Wettbewerb auf den ersten Blick ganz ordentlich zu arbeiten und folglich auch zu ranken scheint. Um diesen umfassend und nachhaltig zu toppen, ist also einige Anstrengung erforderlich:

Meine Skype-Antwort fiel folglich erst einmal sehr knapp aus:

Ich: „Das wird teuer. Sehr teuer.“
Kunde: „Sie meinen $$$?“
Ich: „Ich meine richtig viele $$$!“

Im Laufe des Chats musste ich natürlich erklären, warum.


Kunde: „Können Sie das bitte unserem Webdesigner erklären?“
Ich: „So weit sind wir wohl noch nicht.“

Kunde: „Okay. Sie haben Recht. Ich werde dann ein paar Dinge selbst ändern. Die Partner müssen allerdings drin bleiben. Die Systeme möchte ich auch behalten. Machen Sie mir bitte nur ein Angebot zur Suchmaschinen- und Ranking-Optimierung.“

Stille

Nun ja, da es sich um ein größeres, langfristiges Vorhaben handelt und die Anfrage über Freunde vermittelt wurde, lautete meine kostenlose Empfehlung quasi:

„Abreißen, neu machen, Content säubern, auseinanderdividieren (mit „Zielgruppendesign“) und restrukturieren. System wechseln, „Partner“ ausmisten, Linklisten rauswerfen, Double Content vermeiden,… seriös neu starten, mit validem System, modernen Features (RSS, Tagging und Co.), neuem Content, neuer Suchmaschinenoptimierung und anschließender Off-Page-Optimierung – eventuell auf einer neuen, noch „unverbrannten“ Domain.“ Das volle Programm also… Allem voran die Auswahl einer für das langfristige Vorhaben passende(re)n Domain.

Es sieht nun so aus, als wenn ich dieses Projekt ablehnen müsste. Falls jemand Interesse hat, unter den geschilderten Bedingungen ein bisschen an den vorhandenen (Joomla-) Installationen herum zu optimieren, speziell am dort hinterlegten Content, mit Erfolgsgarantie und Menschen im Hintergund, die hier und da ein bisschen selber basteln möchten, innerhalb eines Wettbewerberumfelds von momentan immerhin mehr als 17.000.000 Google-Einträgen, stelle ich den Kontakt gerne her.

Achso. Die Sache hat noch einen „winzigen“ Haken, den ich nicht verschweigen möchte:
Die wichtigste der 3 Seiten ist in Flash programmiert und soll wohl auch so bleiben.
Dies nur zur Vollständigkeit. 😉

Tja. So kann also das Ergebnis einer kostenlosen Suchmaschinenoptimierungsberatung aussehen. „Unter Freunden“ kann man das mal machen. Aber lieber nicht zu oft. Denn der Beratungsaufwand ist unter Umständen enorm und das Verständnis auf „Empfängerseite“ eventuell nur sehr begrenzt vorhanden. Zu viel Input kann eben manchmal auch erschlagend sein und ebenso die vielen Rückfragen, die man erdulden muss, wenn man als Auftraggeber an einer qualifizierten Beratung interessiert ist. Wenn schließlich das Ergebnis der Beratung für keine Seite befriedigend ist, könnte man sagen, dass kostenlose Suchmaschinenberatung im Grunde eine der größten Zeitverschwendungen ist, die man sich antun kann – vor allem bei großen Vorhaben.

Das Geheimnis der professionellen Suchmaschinenoptimierung liegt in der suchmaschinengerechten Aufbereitung möglichst kontinuierlich produzierten, sauberen und qualitativ hochwertigen Contents, gewissermaßen in „Wahrheit und Klarheit“. Wer diese einfache Regel versucht, zu umgehen, wird langfristig kaum Aussicht auf Erfolge haben. Wer sie beherzigt, benötigt eigentlich keine kostenlose Suchmaschinenberatung mehr. In

jedem Fall aber eine möglichst perfekte Produktionsumgebung und ein paar fleißige Helferlein, die so schreiben können, wie es das Internet eben erfordert.

Und wie kann man schließlich aus den zahlreichen Besuchern Käufer machen?
Das wiederum ist ein ganz anderes Kapitel… Im Idealfall befragen Sie dazu Ihren Marketing-Berater. 😉

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