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PageRank Downgrade 2007, die Zweite

Ohne es genauer analysiert zu haben, werde ich das Gefühl nicht los, dass in unserer kleinen Google-Welt ein grausames PageRank-Ungleichgewicht herrscht. Nachdem nun auch dmoz.de einen PageRank 0 aufweist, muss man wohl inzwischen davon ausgehen, dass erst die USA-Seiten kommen, dann lange Zeit nichts… und am Ende schließlich wir Pappenheimer aus dem süßen kleinen Dunkeldeutschland.

Wieso könnte das eigentlich so sein?

Der PageRank-Verfall ist längst in vollem Gange, nicht mehr nur bei Webkatalogen, Linkverkäufern und ähnlchen „Suchmaschinen-Sündern“. Auch Content-Produktionsschmieden scheinen davon nicht ausgenommen zu sein. Wo findet man in Deutschland eigentlich (noch) Seiten mit einem PageRank größer 7?

Beispiel DMOZ:

Das DMOZ-Verzeichnis ist nachwievor der größte und wichtigste Webkatalog der Welt (nicht nur weil Google ihn „zum Nachschlagen“ verwendet.) Deutsche Onlineshops finden sich dort zum Beispiel unter https://www.dmoz.org/World/Deutsch/Online-Shops/. Das amerikanische Gegenstück hingegen rankt fröhlich auf: https://www.dmoz.org/Shopping/ vor sich hin. Amerika startet mit PageRank 8 und wühlt sich von da aus durch die Kategorien. Deutschland hingegen startet mit PageRank 7 über „world/deutsch“ oder wenn`s ganz dumm läuft, mit PageRank 6 via top/world/deutsch/regional/europa/deutschland. Dumm gelaufen, wenn man zum Beispiel in Hamburg oder noch kleineren Regionen gelistet ist.

Unabhängig von der DMOZ-Listung stelle ich mir die Rankings amerikanischer „Linksammlerseiten“ gegenüber jenen deutscher Seiten ganz ähnlich vor. Natürlich erreicht man im englisch sprachigen Raum ein wesentlich größeres Publikum und mit ihm ein wesentlich größeres Link-Potenzial. (Dazu kommt, dass wir Deutsche uns gesetzes- und auch mentalitätsbedingt mit Verlinkungen ja bekanntlich etwas schwer tun. Ich nenne das einfach mal „doppelte Globalisierungsfalle„.) Amerikanische Blog-Betreiber dürften also theoretisch deutlich besser vernetzt sein als deutsche. Über die Vernetzung mit vergleichsweise stärkeren Internetseiten steigt der PageRank-Abstand gegenüber deutschen Internetseiten immens. Mangels nationaler und internationaler PageRank-Differenzierung sind der Theorie zu Folge daher deutsche Websites immer weniger Wert. Der PageRank-Verfall hat somit auf breiter Flur begonnen.

Nach dem erneuten (gestrigen) PageRank-Update hat Deutschland nun ein kosmetisches PageRank-Problem bekommen. Wo gestern noch eine Menge PageRank strahlte, ist heute kaum noch etwas zu sehen. Beide großen PageRank-Updates (2007) brachten Abwertungen auf breiter Front mit sich. Manche Seiten mussten brutal viele Federn lassen. Von PageRank 7 auf PageRank 4 zu fallen, hätte wohl vor Jahren noch niemand für möglich gehalten.

Nun ja. Wer den PageRank-Verfall nicht länger mit ansehen kann, hat ja die Möglichkeit, die Google-Toolbar einfach abzuschalten. Ich glaube nicht, dass es an Linkverkauf oder ähnlichem alleine liegt, dass der PageRank fällt und fällt. Anzahl und Qualität ausgehender Links spielen beim PageRank-Verfall sicher eine zusätzliche Rolle.

Ein PageRank 5 scheint mir für deutsche Verhältnisse mittlerweile schon eine Menge Wert zu sein. So will ich mich, zumindest auf dieser Seite, mal nicht beklagen, plädiere jedoch für die Anpassung des PageRanks auf einen nationalen Standard, da wir in Deutschland, wie es scheint, gegenüber amerikanischen PageRank-Standards keine Chance haben.

Ein Gutes hat der PageRank-Verfall allerdings auch: Immer mehr Menschen dürfte nun klar werden, dass die Website-Qualität für das (Suchmaschinen-) Ranking eine deutlich größere Rolle spielt als der angezeigte PageRank, den scheinbar niemand mehr braucht. Und ohne mit dem Finger drauf zu zeigen, habe ich gestern erfreut festgestellt, dass mittlerweile auch einer der ganz hart gesottenen Follow-Link-Verfechter dazu über zu gehen scheint, ein Nofollow Case by Case Plugin einzusetzen, wo entwertete Links zum Selbstschutz einfach hingehören.

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